Selm. Apostel Thorsten Zisowski feierte am Sonntag, 2. August 2026, einen Gottesdienst in Selm. Dazu waren auch die Gemeinden Olfen und Lüdinghausen eingeladen. Zwei Gläubige empfingen das Sakrament der Heiligen Versiegelung.
Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus Habakuk 2,20: „Aber der HERR ist in seinem heiligen Tempel. Es sei stille vor ihm alle Welt!“
Apostel Zisowski stellte zunächst die Bedeutung des Gottesdienstes heraus. Er verbinde den Menschen mit Gott, stärke den Glauben und eröffne die Möglichkeit zu einem Neuanfang. Sündenvergebung, Heiliges Abendmahl und der Segen Gottes seien dabei nicht lediglich liturgische Elemente, sondern konkretes Handeln Gottes am Menschen.
Stille und Vertrauen
Der Prophet Habakuk lebte in einer Zeit, die von Ungerechtigkeit, Streit und Gewalt geprägt war. Angesichts dieser Verhältnisse fragte er, warum Gott nicht eingreife. Die Antwort Gottes konnte er zunächst nicht verstehen. Dennoch hielt der Prophet an seinem Vertrauen fest: „Der HERR ist in seinem heiligen Tempel.“ Daran anknüpfend erläuterte Apostel Zisowski die Bedeutung der Stille. Sie sei mehr als die Abwesenheit von Geräuschen. Innere Stille entstehe dort, wo Unruhe dem Vertrauen weiche, dass Gott alles in seinen Händen halte. Der Gottesdienst biete Gelegenheit, innezuhalten und den eigenen Glauben zu prüfen.
Kirche Christi mitgestalten
Das Bild des Tempels übertrug der Apostel auf die Kirche Christi. Sie sei der Ort, an dem das Evangelium verkündigt, die Sakramente gespendet und das Apostolat ausgeübt werde. Zugleich werde der sichtbare Teil der Kirche von unvollkommenen Menschen gestaltet. Persönliche Interessen, unterschiedliche Vorstellungen oder Verletzungen dürften deshalb nicht zur Trennung führen. Entscheidend seien Einheit und Liebe. Jeder Einzelne könne dazu beitragen, dass Christus in der Gemeinde erkennbar werde. Die Kirche solle einem „lesbaren Brief Christi“ gleichen, in dem das Evangelium sichtbar werde.
Co-Predigten
Evangelist Karsten Weber griff die Frage auf, woran gelebter Glaube erkennbar werde. Auch in Sorgen und Anfechtungen und in Zeiten, in denen Menschen fragten: „Wie lange noch?“, gelte die Zusage, dass Gott nahe sei und im Gottesdienst stärke. Priester Marcel Krumm verglich den Gottesdienst mit einem gedeckten Tisch. Anders als in einem Restaurant müsse bei Gott kein Platz reserviert und keine Speise ausgewählt werden. Gott halte einen Platz bereit und wisse, was der Mensch für seinen Glauben und seine Seele benötige.
Heilige Versiegelung
Durch Gebet und Handauflegung des Apostels empfingen zwei Gläubige die Gabe des Heiligen Geistes. Apostel Zisowski erinnerte daran, dass Gott sie auf ihrem Glaubensweg begleitet und zu sich gezogen habe. Nach neuapostolischem Glaubensverständnis nimmt durch die Heilige Versiegelung Gottes Geist bleibend Wohnung im Menschen. Die Versiegelten sind berufen, Miterben Christi zu sein.
Nach dem Gottesdienst
Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Geschwister der drei Gemeinden zu einem kleinen Imbiss eingeladen. Das gab zahlreiche Gelegenheiten zu Begegnung und Gesprächen.
© Bezirk Herne
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