Herne-Wanne-Eickel. Am Sonntag, dem 26. Juli 2026, feierte Apostel Dr. Thorsten Zisowski den Gottesdienst in Herne-Wanne-Eickel. Ein besonderer Höhepunkt war die Feier der Gnadenhochzeit der Eheleute Inge und Pr. i.R. Werner Pauckstadt, die auf 70 gemeinsame Ehejahre zurückblicken dürfen.
Am Gottesdienst nahmen auch die Nachbargemeinde Herne-West sowie die Amtsträger im Ruhestand des Bezirks Herne teil. Der Predigt lag das Bibelwort aus Matthäus 6,12 zugrunde: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Apostel Zisowski beleuchtete die Herausforderung der Vergebungsbereitschaft, die im Vaterunser zum Ausdruck kommt. Er erläuterte, dass „der Nächste“ in der Bibel zwar anonym erscheine, im persönlichen Leben jedoch immer ein Mensch mit einem Namen sei. Dadurch werde Vergebung konkret und oftmals auch anspruchsvoll.
Vergeben wollen und können
Vergebung könne in manchen Fällen ein lebenslanger Prozess sein und eine dauerhafte Herausforderung bleiben. Entscheidend sei dabei jedoch der aufrichtige Wille zu vergeben. Vergeben zu wollen bedeute nicht zwangsläufig auch vergeben zu können, erklärte der Apostel. Die Verhältnismäßigkeit menschlicher Schuld im Vergleich zur unermesslichen Gnade Gottes verdeutlichte er anhand des Gleichnisses vom Schalksknecht (Matthäus 18,23 bis 35). Dieser erhielt eine unvorstellbar hohe Schuld erlassen, forderte jedoch selbst eine vergleichsweise geringe Schuld von seinem Mitknecht unbarmherzig ein.
Co-Predigten
In seinem Predigtbeitrag griff Pr. Hofmann dieses Gleichnis auf und verwies auf das Verhältnis zwischen der erlassenen und der eingeforderten Schuld. Dieses habe lediglich etwa 0,00016 Prozent betragen und verdeutliche damit eindrucksvoll die Größe göttlicher Gnade.
Bezirksältester Knauf lud die Gemeinde ein, den Sonntag bewusst als „Gnadensonntag“ zu erleben. Er betonte, dass Vergebung weit mehr sei als bloße Kulanz. Sie sei für Christen keine freiwillige Leistung, sondern eine grundlegende Notwendigkeit.
Segen zur Gnadenhochzeit
In seiner Ansprache an die Eheleute Inge und Pr. i.R. Werner Pauckstadt würdigte Apostel Zisowski die Besonderheit einer Gnadenhochzeit: 70 gemeinsame Ehejahre seien ein besonderes Geschenk Gottes, das nur wenige Ehepaare erleben dürften.
„Ihr habt in den vielen Jahren die Gemeinschaft in der Gemeinde gestärkt“, dankte der Apostel dem Jubelpaar für seinen langjährigen Einsatz. Mit Blick auf Vergangenheit und Zukunft stellte er das Bibelwort aus Psalm 126,3 in den Mittelpunkt der Segenshandlung:
„Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich.“
© Bezirk Herne
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