Herne (Bezirk). Am Sonntag, den 28. September 2025, feierten die Gemeinden des Bezirks Herne einen festlichen Gottesdienst in der Kirche in Herne Wanne-Eickel.
Fast 450 Christinnen und Christen aus den unterschiedlichen Gemeinden erlebten den Gottesdienst vor Ort. Über IPTV waren 150 Empfangsgeräte angeschlossen. Grundlage dieses Gottesdienstes war der Bibeltext aus 1. Mose 14,20: "Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.“
Odem als göttliches Leben in uns
Der Herner Bezirksvorsteher, Bezirksältester Horst Knauf, griff in seiner Predigt zunächst das Bild des „göttlichen Odems“ auf. Dieses göttliche Leben und die Trinität Gottes wirkte in jedem Menschen. Wer dieses göttliche Leben in sich trage, werde innerlich geleitet, manchmal auch durch eine innere Stimme, die zur Vorsicht oder zum Schweigen rate. Das sei kein Hindernis in unserem alltäglichen Leben, sondern Schutz und Bewahrung.
Dankbarkeit statt Pflichtgefühl
Mit Blick auf das bevorstehende Erntedankfest erinnerte der Bezirksälteste an täglich gelebte Dankbarkeit. Abram habe nach seinem siegreichen Kampf freiwillig den Zehnten abgegeben, nicht aus Zwang, sondern aus Dankbarkeit für Gottes Hilfe. Auch heute sei Dankbarkeit eine Antwort auf das, was Gott schenke.
Gottes Hilfe im Lebenskampf
Der Bezirksälteste ging auf die Gegenwart ein, denn jeder Mensch führe den sogenannten Lebenskampf, im Alltag wie im Glauben. Dabei sei nicht immer klar zu erkennen, was genau Gottes Wille sei. Umso wichtiger sei es, bewusst wahrzunehmen und zu erkennen, dass Gott dennoch an unserer Seite sei, auch wenn eine Bitte nicht in Erfüllung gegangen sei.
Drei Zeichen des göttlichen Segens
Besonders hob der Bezirksälteste drei Bereiche hervor, in denen Gottes Segen spürbar werde:
Dankbarkeit bedeute, den göttlichen Willen zu erkennen und daraus Gottvertrauen zu entwickeln.
Dankbarkeit für Sichtbares und Unsichtbares
Hirte Grüning führte die Gedanken fort. Dankbarkeit könne sich auf vieles Sichtbare richten, aber auch auf das Unsichtbare, wie etwa auf die Wirkung des Heiligen Geistes, beispielsweise im Heiligen Abendmahl. Diese Form der Dankbarkeit erfordere einen starken Glauben. Auch die Teilnahme am Gottesdienst sei Ausdruck von Wertschätzung und Dankbarkeit. Ebenso sei das Opfer ein sichtbares Zeichen des Bemühens, Gott aus Dankbarkeit einen Teil der Gaben zurück zu geben, die jeder Einzelne vorher als Geschenk erhalten habe. Mit Blick auf die Dankbarkeit für die geistliche Familie betonte Hirte Grüning, dass es manchmal auch Spannungen gebe, doch Frieden entstehe, wenn sich jeder vornehme, es dem anderen leicht zu machen.
Dankbarkeit wächst aus Erkenntnis
Priesterin Chmielewski richtete den Blick darauf, was Dankbarkeit voraussetzt: die Erkenntnis, dass man etwas bekommen habe, wofür man dankbar sein könne. Abraham habe verstanden, dass sein Sieg und alles, was er besaß, von Gott kämen. Ebenso seien wir gerufen, Gottes Wirken im eigenen Leben wahrzunehmen, angefangen bei der Schöpfung bis hin zur Begleitung im Alltag. Besonders hob sie hervor, dass Gott Menschen füreinander geschaffen habe, denn nicht jeder könne alles. Aber gerade darin liege der Segen, dass wir einander bräuchten. Dankbarkeit entstehe aus der Erfahrung, dass niemand allein bleiben müsse und jeder Teil einer Gemeinschaft sei.
Dankbarkeit verändert den Blick
Der Bezirksgottesdienst machte deutlich, dass Dankbarkeit keine Last ist, sondern eine Haltung, die das göttliche Leben im Menschen widerspiegelt. Wer erkennt, dass Gott in allen Lebenslagen gegenwärtig ist, kann mit Vertrauen und Freude den eigenen Weg gehen.
Musik und Begegnung
Zur Vorbereitung auf den Gottesdienest fand am Samstag vorher eine Chorwerkstatt statt. Priester Björn Rolka hatte mit Chormitgliedern aus unterschiedlichen Gemeinden Lieder aus der Reihe „Herz und Mund“ von Timo Böcking eingeübt, die stimmungsvoll vorgetragen wurden. Im Anschluss an den Gottesdienst war Gelegenheit, gemeinsam zu essen und trinken. Bei herrlichem Wetter war es ein schönes Miteinander.
© Bezirk Herne
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