So kommt denn und lasst uns miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden, und wenn sie rot ist wie Purpur, soll sie doch wie Wolle werden. Jesaja 1, 18
Unter dem Wort des Propheten Jesaja begann am 29. Juni 2025 ein Festgottesdienst zum Einjährigen der Gemeinde Herne-West, die am 2. Juni 2024 von Apostel Dr. Thorsten Zisowski aus den bisherigen Gemeinden Eickel und Röhlinghausen gebildet worden war. Hirte Burkhard Bialowons, der damals zum Leiter der fusionierten Gemeinde Herne-West ernannt worden war, blickte „in frohe Gesichter“ in den gut gefüllten Reihen an der Plutostraße 48. Sie seien eine Bestätigung des Apostelwortes „Wer mit dem Herrn aufbricht, wird gesegnet“.
Für die nächsten Jahre der inzwischen erfreulich zusammengewachsenen Gemeinde fand der Hirte Worte für das Hier und Jetzt, die auch für die Zukunft gelten, im Brief an die Hebräer (10, 23-25): „Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht wanken, denn er ist treu, der sie verheißen hat; und lasset uns aufeinander achthaben und einander anspornen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlung, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.“
Die Liebe, die ja auch die Liebe zu Christus ist, als tragendes Element des Miteinanders in der Gemeinde, gelte für das Diesseits und das Jenseits gleichermaßen: Jeder Mensch habe die Chance, zu Gott zu kommen. Ausdruck dafür sei der bevorstehende Entschlafenengottesdienst, eines der Alleinstellungsmerkmale der Neuapostolischen Kirche. Zur Entwicklung der Seele sei der Gottesdienst wichtig, denn: „Gottesdienst heißt sich verändern.“
Hirte Bialowons betonte in Bezug auf das Bibelwort zum Eingang, dass Gott nicht richtet: „Aus seinem Gericht wird Gnade, er zeigt einen Weg auf, wie es anders sein kann.“ Im Sakrament des Heiligen Abendmahls erführen wir die Gnade Gottes. In Anspielung auf das vom Stammapostel Schneider gegebene Jahresmotto 2025, „Es ist Zeit, Gutes zu tun“, gab der Vorsteher für „seine“ Gemeinde ein leicht abgewandeltes Motto aus: „Gutes tun am Nächsten.“
Was Gemeinde ausmacht
„Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst“: Mit diesem Auszug aus dem Brief des Paulus an die Römer (Römer 12, 1) stellte Priester Stefan Jedamczik, vor kurzem zum Vertreter des Gemeindevorstehers ernannt, die Frage, was eine lebendige Gemeinde ausmacht. Sie wurde vom Festgottesdienst selbst beantwortet, in dem ein Heimgang betrauert und ein Neuzugang begrüßt wurde. Schweren Herzens musste die langjährige Vorsonntagsschullehrerin Marie Matz an die Gemeinde Dortmund-Hörde verabschiedet werden, nachdem zuvor allseits große Freude herrschte beim „ersten Schritt zum Leben“, der Heiligen Wassertaufe der kleinen Emilia, Tochter von Julia Struck und Marcel Sachs. „Weg vom Ich, hin zum Du, zu den Brüdern und Schwestern“ fasste Stefan Jedamczik die Antwort auf die Frage griffig zusammen.
Wie bunt das vielfältige Leben in der Gemeinde Herne-West in den vergangenen zwölf Monaten gewesen ist, dokumentierte Christian Schwan in einem etwa fünfzehnminütigen Diavortrag, der nach dem Gottesdienst das Jubiläumsfest einläutete: Von der Entwidmung der Kirche an der Edmund-Weber-Straße durch Apostel Dr. Thorsten Zisowski und ein munteres „Start up“ Anfang Juni 2024 an der Plutostraße über das erste Gemeindefest Ende August 2024 mit auf Wäscheleinen befestigten „Steckbriefen“ aller Gemeindemitglieder und die Eiserne Hochzeit des Ehepaares Dieter und Hannelore Hötzel bis hin zu besonderen Gottesdiensten zu Weihnachten, zur Konfirmation und auch zu Trauerfällen.
© Bezirk Herne
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