Datteln. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie wichtig es ist, sich aktiv gegen jegliche Form von Rassismus zu engagieren. Aus diesem Grund beteiligt sich die Stadt Datteln seit 2022 zum vierten Mal an den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, die bundesweit von der gleichnamigen Stiftung koordiniert werden.
„Wenn wir uns mit anderen Kulturen beschäftigen, die Geschichte anderer Länder und Menschen kennen lernen, dann haben wir den ersten Schritt zu einer antirassistischen Haltung gemacht“, so Bürgermeister André Dora. Zwischen dem 17. und dem 30. März 2025 steuern das Ensemble „Datteln Chorios“ der Musikschule, die Offene Kinder- und Jugendarbeit, die Stadtbücherei und die Volkshochschule erneut Veranstaltungen und Aktionen bei, die im Zeichen von Vielfalt, Respekt und Zusammenhalt stehen.
Gemeinde Datteln zum ersten Mal dabei
Zum ersten Mal dabei war die Neuapostolische Kirchengemeinde Datteln mit einer besonderen Andacht am Samstag, 22. März 2025, unter dem Motto: „Einheit in Vielfalt – Es ist Zeit, Gutes zu tun“. Nach dem programmatischen Eingangslied „Over the Rainbow“, Ralf Marek spielte den Evergreen aus dem Filmmusical „Der Zauberer von Oz“ am Keyboard, bekundete der Vorsteher Priester Björn Rolka, dass er der Einladung des Bürgermeisters zur Teilnahme an den Aktionswochen gerne gefolgt sei mit dem Ziel, das Thema Rassismus aus der christlichen Perspektive der Neuapostolischen Kirche zu beleuchten. Rolka, der sicherlich auch im Namen aller in der gut gefüllten Kirche den Wunsch nach einer Welt, in der Einheit als Vielfalt möglich ist, äußerte, konnte zahlreiche Gemeindemitglieder und Gäste begrüßen, darunter mit dem Dezernenten für Kinder, Jugend, Familie und Soziales, Peter Wenzel, auch einen Vertreter aus der Dattelner Stadtspitze, der herzliche Grüße des Bürgermeisters überbrachte. Selbst nicht nur praktizierender, sondern auch bekennender Christ, zitierte Wenzel das Gleichnis vom Blinden aus dem Neuen Testament und betonte, dass die Gläubigen den gesellschaftlichen Kitt einer Stadt bilden, weshalb es sich lohne, um jeden einzelnen von ihnen zu kämpfen.
Beitrag zu „Einstellungen“
Im anschaulich von Graphiken ergänzten, populärwissenschaftlich-verständlichen Hauptreferat zeigte der Evangelist im Ruhestand, Gerd Remus, die Entstehung und Verfestigung von Haltungen auf, die zum sog. „Schubladen-Denken“ und damit zu Vorurteilen führen können. Betonte aber gleichzeitig, dass es gerade solcher Einstellungen bedürfe, um die Millionen der „Bits“ genannten Informationseinheiten, die sekündlich von allen fünf Sinnen des Menschen ans Gehirn geleitet werden, auch nur einigermaßen verarbeiten zu können. „Schubladen“, so Remus, entstehen durch Erziehung in Elternhaus und Schule, durch die Pauschalisierung eigener Erfahrungen, aber auch durch die ungeprüfte Übernahme von Informationen gerade aus den sogenannten Sozialen Medien. So entstünde in jedem Menschen ein bestimmtes Realitätsbild, eine Kategorisierung der Wirklichkeit. Informationen, die nicht ins eigene Weltbild passen, würden entweder weggefiltert oder passend gemacht.
Jesus Christus als Vorbild
Dabei zeige gerade das Verhalten Jesus Christus gegenüber Sündern, aber auch Minderheiten und bei der damaligen Bevölkerungsmehrheit verhassten Gruppen wie den Samaritern und den Zöllnern, dass sich der Herr stets den Schwachen und Ausgegrenzten zugewandt habe. Ein weites Feld für die Christen heute, wie schon Björn Rolka zu Beginn der rund einstündigen Andacht betonte: Wenn man schon die Welt als Ganzes nicht auf einen Schlag verändern kann, so gibt es in der Familie, in der Schule und im Beruf genügend Möglichkeiten, Gutes zu tun.
Musikalisch umrahmt vom Bezirks-Jugendchor unter der Leitung von Stefanie Merker sowie den Instrumentalsolisten Valerie van Husen (Saxophon), Ralf Marek und Henning Hildebrandt (Keyboard) wurden Bibelstellen zitiert, Fürbitten vorgetragen und, von Verena Melchior, das Gleichnis vom barmherzigen Samariter gelesen. Worauf sich der stellv. Leiter des Kirchenkreises, Hirte Helmut Grüning, in seiner abschließenden Ansprache bezog: Es sei auch zweitausend Jahre später so aktuell wie eh und je. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ heißt es in der Bibel. Doch, so Grüning: „Wer ist mein Nächster? Wie weit muss ich gehen in meiner Liebe zum Nächsten?“ Darauf gebe es keine kurze Antwort, aber genügend Hinweise in der Heiligen Schrift: „Nächstenliebe ist die Grundlage für uns alle zum Heil.“ Das Gleichnis zeige, dass der Überfallene Hilfe brauchte und der Samariter in der Lage war zu helfen. Dadurch wurden sie zum „Nächsten“.
Vom Info- zum Imbissmobil: Im Anschluss an die außergewöhnlich inhaltsreiche und dabei doch sehr atmosphärische Andacht, bei der auch gemeinsamer Gesang nicht zu kurz kam, konnten sich die Besucher bei Speisen und Getränken über das Gehörte austauschen.
© Bezirk Herne
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