Herne-West. Am Sonntag, 2. Juni 2024, besuchte Apostel Dr. Thorsten Zisowski die Gemeinde Herne-Eickel. Es war der letzte Gottesdienst, der in der Kirche an der Edmund-Weber-Straße 83 stattfand. Die Gemeinden Herne-Eickel und Herne Röhlinghausen fusionierten zur neuen Gemeinde Herne-West.
Damit endete die 116-jährige Geschichte der Gemeinde Eickel der Neuapostolischen Kirche. Der Gemeindeleiter, Evangelist Jörg Wischnewski, wurde in Ruhestand gesetzt und das Kirchengebäude an der Edmund-Weber-Straße profaniert.
Grundlage des Gottesdienstes war der Bibeltext aus dem Johannesevangelium Kapitel 21, Vers 16:
Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, des Johannes Sohn, hast du mich lieb? Er sprach zu ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!
Die Gemeindeleitung der neuen Gemeinde Herne-West übernimmt künftig Hirte Burkhart Bialowons, bisheriger Vorsteher der Gemeinde Röhlinghausen. Schon in den Wochen zuvor fanden Gottesdienste der beiden fusionierten Gemeinden in der Kirche an der Plutostraße 48, keine zwei Kilometer Luftlinie vom nun geschlossenen Gotteshaus entfernt, statt.
Auch früher hat es bereits Fusionen in der Neuapostolischen Kirche (NAK) Herne gegeben. So kamen etwa Börnig und Horsthausen, dessen Gebäude zu einem Wohnhaus umgestaltet wurde, zu Herne-Mitte, der heutigen Gemeinde Herne. Später erfolgte die Fusion mit der Gemeinde Herne-Holsterhausen.
Gegründet wurde die Eickeler Gemeinde 1908 von einer Handvoll gläubiger Familien, deren Väter im Bergbau tätig waren. Ein erster Gemeinschaftsraum an der Magdeburger Straße wurde rasch zu klein, sodass 1909 an der Königstraße ein zweigeschossiges Hinterhof-Gebäude angemietet werden konnte. 1930 erfolgte dann die Ausgliederung der neuen Gemeinden Holsterhausen und Röhlinghausen. 1963 konnte an der damaligen Bochumer und heutigen Edmund-Weber-Straße die neuerbaute Kirche der Eickeler Gemeinde geweiht werden.
Apostel Zisowski berief sich auf den Bibeltext (Johannes-Evangelium 21,16), als er von einem „Abschied ohne Traurigkeit“ sprach. Zwar hielten Menschen zu allen Zeiten gern am Vertrauten fest, es gelte aber nun, den Blick nach vorne zu richten: „Wer mit Gott aufbricht, wird von Gott gesegnet.“ Womit durchaus auch ein innerlicher Aufbruch gemeint sei: „Wenn Gott den Weg kennt, ist es der richtige Weg für uns.“
Letzter Predigtbeitrag des Gemeindevorstehers
Auch der scheidende Eickeler Vorsteher Jörg Wischnewski, dessen Lebensmittelpunkt seit geraumer Zeit Marl ist, berief sich auf den im Bibelwort erteilten Auftrag „Weide meine Schafe“, dem später vom Herrn der „Petrusdienst“ als weitere Aufgabe hinzugefügt worden ist. „Du kannst vor dem lieben Gott nicht weglaufen“: So sehr man gerade auch als überzeugter Christ „durchgerüttelt“ werde, welche Probleme sich auch ergäben, wichtig sei eine aus starkem Glauben resultierende Aufbruchstimmung.
Heilige Versiegelung und Amtshandlungen
In der noch einmal bis auf den letzten Platz gefüllten Eickeler Kirche übermittelte Apostel Zisowski das Sakrament der Heiligen Versiegelung an zwei Kleinkinder. Außerdem wurden Priester Burkhard Garstka und Diakon Rainer Matz nach 39 bzw. 37 Amtsjahren in den Ruhestand versetzt und Diakon Marco Heim zum Priester ordiniert. Weiterhin wurden alle Amtsträger beider bisher selbständigen Gemeinden Röhlinghausen und Eickel für den Dienst in der neuen Gemeinde Herne-West bestätigt.
Schweren Herzens verabschiedeten sich die Gemeindemitglieder von ihrem beliebten Gemeindeleiter und seiner Frau Anke, die künftig die Gottesdienste an ihrem neuen Wohnort in Marl besuchen werden.
© Bezirk Herne
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